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In Hermannstadt, der Hauptstadt
Siebenbürgens in Rumänien, ist der 30-jährige Andreas Horwath
geboren. Seit dem Abschluß seines Maschinenbaustudiums arbeitet er
als Diplomingenieur in der Diagnoseabteilung eines Automobilherstellers.
Horwath lebt in Renningen bei
Stuttgart und ist ledig. Seine Hobbies sind das Sammeln von fremdsprachigen
Asterixheften, von Sparschweinen und Comics, sein Computer und Rad fahren.
Sein Lieblingsstück? „Ich
höre gern ‘Music’ von John Miles, Dvoráks 9. Sinfonie oder
‘Bilder einer Ausstellung’ von Mussorgski“. Als seine Stärke sieht
er „meine Geduld und Zielstrebigkeit, etwas zu erreichen.“ Seine Schwäche?
„Dass es manchmal etwas länger dauert, bis ich etwas anpacke.“
Wie sind Sie zur Blasmusik
gekommen?
Mit sechs Jahren habe ich mit
der Blockflöte begonnen. Nach der Übersiedlung nach Deutschland
fing ich im Musikverein Bad Wimpfen mit Es-Horn an, bald darauf stieg ich
auf das Bariton um. Desweiteren spiele ich Klavier und Posaune, die ich
mir selbst beibrachte und ein wenig Querflöte.
Seit wann komponieren Sie
(erster Versuch, erster Erfolg)?
Die ersten Schritte machte
ich während der Schulzeit. Durch die Verbandslehrgänge wuchs
das musikalische Verständnis und als ich die Leitung des Wimpfener
Jugendorchesters übernahm, arrangierte ich bekannte Melodien. Erste
größere Werke waren „Dies & Das“ für Jugendorchester
und „Applaus“ für großes Orchester.
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Welche Art von Blasmusik
komponieren Sie am liebsten?
Meistens komponiere ich konzertante
Blasmusikstücke, ab und zu etwas Unterhaltendes. Auch die Arbeit an
einem Popstück - zumal ich auch selbst texte - hat ihren Reiz.
Auftragskompositionen habe
ich mangels Aufträgen noch keine geschrieben.
Woher nehmen Sie Ihre Ideen,
was inspiriert Sie?
Komponieren ist ein Vorgang,
den ich nicht steuern kann. Manchmal denke, mir ist schon lange nichts
mehr eingefallen, dann wiederum genügt ein kleiner Anstoß wie
ein Abschiedsfest, eine besondere Gelegenheit, ein Wettbewerb, um die Ideen
nur so sprudeln zu lassen. Vielleicht ist das Komponieren auch nur ein
Ventil gesammelter Eindrücke jeder Art, so wie ein Maler seine Gefühle
und Empfindungen in Bilder umsetzt und sie der Schriftsteller in Worte
fasst. Sehr viele Ideen habe ich bei der Umsetzung einer Melodie in die
Partitur, wobei ich mit Softwareunterstützung auch vieles ausprobieren
kann.
Wieviele Werke haben Sie
komponiert? Was sehen Sie als Ihr Hauptwerk an und warum?
Gezählt habe ich noch
nie. Aber der große Notenschrank, den ich mir zugelegt habe, ist
schon halb voll. Ob es das Hauptwerk ist, weiß ich nicht, aber sicherlich
ein Meilenstein: die Ouvertüre „Fuevo“, mein erstes komplexes Werk
für sinfonisches Blasorchester. Aber auch mein neuestes Werk „Manege
frei!“ und die, die noch in der Entstehung sind, halte ich für genauso
wichtig.
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Wer verlegt Ihre Stücke?
„Fuevo“ und drei kleinere Werke
(„Leaves“, „Bass Line“ und „Concerto“) sind im Verlag Carpe Diem aus Tauberbischofsheim
erschienen.
Was wollen Sie mit Ihren
Kompositionen ausdrücken?
Das ist eine schwierige Frage.
Gar nichts wäre zu wenig, aber eine bestimmte Intention habe ich beim
Komponieren nicht. Wenn ein Werk vollendet ist, schreibe ich oft eine kleine
Geschichte oder einen Text dazu, der auch als Intention gedeutet werden
kann.
Was wünschen Sie sich
bei der Aufführung Ihrer Werke vom Blasorchester?
Zum einen, daß das Stück
so klingt, wie ich es mir beim Komponieren vorgestellt habe. Dass die Details
in Dynamik, Phrasierung, Instrumentation herauskommen, dass die Melodien
klingen und natürlich, daß die Musiker genausoviel Freude beim
Spielen empfinden wie ich beim Zuhören.
Welche Komponisten schätzen
Sie am meisten? Vorbild?
Ein besonderes Vorbild habe
ich nicht. Ich bewundere viele amerikanische Komponisten und Arrangeure
wegen ihrer Raffinesse und ihres Ideenreichtums, von dem sich manche deutsche
Vielschreiber eine Scheibe abschneiden könnten.
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Wie sehen Ihre längerfristigen
Pläne aus?
Ich möchte, dass meine
Kompositionen von vielen Orchestern gespielt werden und dass damit meine
Ideen und Melodien in die ganze Welt gestreut werden. Längerfristig
möchte ich eine CD mit meinen Songs aufnehmen.
Ist noch etwas ungesagt geblieben?
Was ich nicht mag ist musikalische
Monotonie - sei es ein liebloses A-B-A Schema, mechanisches Aneinanderreihen
von Themen und Tempi und unendliche Stimmverdopplung, damit das Werk in
jeder Besetzung klingt und spielbar ist.
Daher versuche ich, abwechslungsreich
zu schreiben und auch eine Prise Humor mit hineinzupacken, Fallen und Finten
einzubauen und dem Vorurteil entgegenzuwirken, Ces-dur sei eine schwierige
Tonart.
Für die, deren Interesse
ich geweckt habe, stehen unter http://www.fuevo.de noch viele weitere Informationen
zu mir und meinen Stücken zum Abruf bereit. Nicht vergessen: Ins Gästebucheintrag
eintragen.
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