Artikel erschienen in der genialen Bläserfachzeitschrift Forte und in Bayerische Blasmusik, Heft 9/2000 und immer auf Seite 8. Abdruck mit freundlicher Genehmigung von dvo ? Druck und Verlag Obermayer, D-86807 Buchloe
Andreas Horwath mischt immer ein Prise Humor in seine Werke
Von wegen Ces-Dur sei schwierig ...
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In Hermannstadt, der Hauptstadt Siebenbürgens in Rumänien, ist der 30-jährige Andreas Horwath geboren. Seit dem Abschluß seines Maschinenbaustudiums arbeitet er als Diplomingenieur in der Diagnoseabteilung eines Automobilherstellers.
Horwath lebt in Renningen bei Stuttgart und ist ledig. Seine Hobbies sind das Sammeln von fremdsprachigen Asterixheften, von Sparschweinen und Comics, sein Computer und Rad fahren.
Sein Lieblingsstück? „Ich höre gern ‘Music’ von John Miles, Dvoráks 9. Sinfonie oder ‘Bilder einer Ausstellung’ von Mussorgski“. Als seine Stärke sieht er „meine Geduld und Zielstrebigkeit, etwas zu erreichen.“ Seine Schwäche? „Dass es manchmal etwas länger dauert, bis ich etwas anpacke.“

Wie sind Sie zur Blasmusik gekommen?
Mit sechs Jahren habe ich mit der Blockflöte begonnen. Nach der Übersiedlung nach Deutschland fing ich im Musikverein Bad Wimpfen mit Es-Horn an, bald darauf stieg ich auf das Bariton um. Desweiteren spiele ich Klavier und Posaune, die ich mir selbst beibrachte und ein wenig Querflöte.

Seit wann komponieren Sie (erster Versuch, erster Erfolg)?
Die ersten Schritte machte ich während der Schulzeit. Durch die Verbandslehrgänge wuchs das musikalische Verständnis und als ich die Leitung des Wimpfener Jugendorchesters übernahm, arrangierte ich bekannte Melodien. Erste größere Werke waren „Dies & Das“ für Jugendorchester und „Applaus“ für großes Orchester.

Welche Art von Blasmusik komponieren Sie am liebsten?
Meistens komponiere ich konzertante Blasmusikstücke, ab und zu etwas Unterhaltendes. Auch die Arbeit an einem Popstück - zumal ich auch selbst texte - hat ihren Reiz.
Auftragskompositionen habe ich mangels Aufträgen noch keine geschrieben.

Woher nehmen Sie Ihre Ideen, was inspiriert Sie?
Komponieren ist ein Vorgang, den ich nicht steuern kann. Manchmal denke, mir ist schon lange nichts mehr eingefallen, dann wiederum genügt ein kleiner Anstoß wie ein Abschiedsfest, eine besondere Gelegenheit, ein Wettbewerb, um die Ideen nur so sprudeln zu lassen. Vielleicht ist das Komponieren auch nur ein Ventil gesammelter Eindrücke jeder Art, so wie ein Maler seine Gefühle und Empfindungen in Bilder umsetzt und sie der Schriftsteller in Worte fasst. Sehr viele Ideen habe ich bei der Umsetzung einer Melodie in die Partitur, wobei ich mit Softwareunterstützung auch vieles ausprobieren kann.

Wieviele Werke haben Sie komponiert? Was sehen Sie als Ihr Hauptwerk an und warum?
Gezählt habe ich noch nie. Aber der große Notenschrank, den ich mir zugelegt habe, ist schon halb voll. Ob es das Hauptwerk ist, weiß ich nicht, aber sicherlich ein Meilenstein: die Ouvertüre „Fuevo“, mein erstes komplexes Werk für sinfonisches Blasorchester. Aber auch mein neuestes Werk „Manege frei!“ und die, die noch in der Entstehung sind, halte ich für genauso wichtig.

Wer verlegt Ihre Stücke?
„Fuevo“ und drei kleinere Werke („Leaves“, „Bass Line“ und „Concerto“) sind im Verlag Carpe Diem aus Tauberbischofsheim erschienen.

Was wollen Sie mit Ihren Kompositionen ausdrücken?
Das ist eine schwierige Frage. Gar nichts wäre zu wenig, aber eine bestimmte Intention habe ich beim Komponieren nicht. Wenn ein Werk vollendet ist, schreibe ich oft eine kleine Geschichte oder einen Text dazu, der auch als Intention gedeutet werden kann.

Was wünschen Sie sich bei der Aufführung Ihrer Werke vom Blasorchester?
Zum einen, daß das Stück so klingt, wie ich es mir beim Komponieren vorgestellt habe. Dass die Details in Dynamik, Phrasierung, Instrumentation herauskommen, dass die Melodien klingen und natürlich, daß die Musiker genausoviel Freude beim Spielen empfinden wie ich beim Zuhören.

Welche Komponisten schätzen Sie am meisten? Vorbild?
Ein besonderes Vorbild habe ich nicht. Ich bewundere viele amerikanische Komponisten und Arrangeure wegen ihrer Raffinesse und ihres Ideenreichtums, von dem sich manche deutsche Vielschreiber eine Scheibe abschneiden könnten.

Wie sehen Ihre längerfristigen Pläne aus?
Ich möchte, dass meine Kompositionen von vielen Orchestern gespielt werden und dass damit meine Ideen und Melodien in die ganze Welt gestreut werden. Längerfristig möchte ich eine CD mit meinen Songs aufnehmen.

Ist noch etwas ungesagt geblieben?
Was ich nicht mag ist musikalische Monotonie - sei es ein liebloses A-B-A Schema, mechanisches Aneinanderreihen von Themen und Tempi und unendliche Stimmverdopplung, damit das Werk in jeder Besetzung klingt und spielbar ist.
Daher versuche ich, abwechslungsreich zu schreiben und auch eine Prise Humor mit hineinzupacken, Fallen und Finten einzubauen und dem Vorurteil entgegenzuwirken, Ces-dur sei eine schwierige Tonart.
Für die, deren Interesse ich geweckt habe, stehen unter http://www.fuevo.de noch viele weitere Informationen zu mir und meinen Stücken zum Abruf bereit. Nicht vergessen: Ins Gästebucheintrag eintragen.

(c) 2000 dvo ? Druck und Verlag Obermayer, D-86807 Buchloe


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