Manege Frei!
(Schwierigkeitsgrad 4 (Oberstufe))
Werkbeschreibung
1. Einzug. Eine illustre Mischung von Artisten aus aller Welt erwartet
Sie. Angeführt von den Clowns ziehen sie in das Rund der Manege ein.
Lustig sind sie anzuschaun, wie sie ihre Späße treiben. Dahinter
mit stolzem Schritt die Reiter und Dompteure, gewohnt, daß man ihnen
Respekt zollt. Auch ein paar zierliche Damen sind in der bunten Menge.
Sie werden später in luftige Höhen entschwinden.

Notenbeispiel 1: Einzug der Artisten (Flügelhorn)
2. Die Seiltänzerin. Die Spannung steigt: die erste Nummer auf
dem Drahtseil. Dem Publikum stockt der Atem, wie sich die Seiltänzerin
auf dem Seil bewegt. Fast, fast wäre sie heruntergestürzt, doch
souverän fängt sie sich und balanciert sicher auf die andere
Seite. Tosender Applaus ist ihr sicher.
3. Russische Reiter. Nun wird es dramatisch. Russische Reiter füllen
das Rund. In wildem Galopp jagen sie einander und vollführen immer
waghalsigere Kunststücke. Über, auf unter, neben, links und rechts
vom Pferd wird geritten, gelaufen und geturnt. So schnell wie sie gekommen
sind, sind sie auch wieder weg.

Notenbeispiel 2: Russische Reiter (Klarinetten)
4. Clowns. Nun hat der Clown seinen Auftritt. Klagend stimmt er sein
Lied an, doch seine Kollegen stören ihn immer wieder. Da platzt ihm
der Kragen und er stürzt sich auf die freche Bagage. Doch mit seinen
großen Schuhen stolpert er nur umher und erntet frohes Gelächter
aus der Mitte und von den Rängen.
5. Elefanten & Affen. Majestätisch kündigen sie sich
selbst an: riesige indische Elefanten. In prächtigen Kostümen
sitzen ihre Reiter auf dem Kopf der Giganten. Doch was ist das? Tumultartig
stürzt eine Meute Affen in die Manege und hüpft von Elefant zu
Elefant. Sie und ihre Reiter sind machtlos und dienen als Staffage für
die lustigen Gesellen.
6. Am Trapez. Kurz vor Ende der Vorstellung einer der Glanzpunkte.
Regelmäßig schwingt das Trapez und mit ihm die schwindelfreien
Artisten. Ein Salto, zwei Salti bis zum Salto mortale - dem Publikum stockt
einmal mehr der Atem - vollführen sie.

Notenbeispiel 3: Am Trapez (Flöte und Klarinette)

Notenbeispiel 4: Am Trapez - Melodie im Bariton und in Ces-dur
7. Auszug. Auch die schönste Vorstellung ist einmal zu Ende. Noch
einmal zeigen sich alle Artisten und genießen den wohlverdienten
Applaus.
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Produktinformationen
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Titel |
Stufe |
Dauer |
Infos |
Bestell- nummer |
Preis in € |
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Manege Frei! |
4 |
6:30 |
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0101 |
70,00 |
Erzählnoten
Wie "Manege Frei!" zum Namensgeber meines Musikverlags wurde
Am Anfang war eine kleine schnelle Melodie, die ich aufgrund ihres Charakters
'Russian' taufte. Zunächst zusammenhanglos kamen weitere Stücke hinzu, die ich
aufgrund ihres zirkusartigen Charakters zu Manege Frei! verknüpfte.
Eines davon ist "Am Trapez", bei der im Hintergrund stets die Schwingung des
Trapez zu hören ist. Im Vordergrund steht eine kleine Melodie, die die Artisten
darstellt und die Nummern, die sie ausführen. Felgen, Salti, bis hin zum Salto mortale
kann man sich bei geschlossenen Augen vorstellen.
"Am Trapez" ist dreiteilig. Releativ früh hatte ich die Idee, nach jedem Teil um einen
Halbton höher zu modulieren. Fast zwangsläufig landet man da bei den
Kreuztonarten, nur wenn C-dur in der Mitte steht, dann halten sich die Kreuze in Grenzen.
Dafür werden die B mehr! Da aber Ces-dur als Starttonart auch gut zum
vorhergehenden "Elefanten & Affen" passte, beließ ich es dabei.
Im Jahre 2000 wurde ich in Forte in der Reihe "Komponistenportrait"
interviewt. Die letzte Frage war die nach dem Ungesagten. Mit Manege Frei! und der
Meinung meiner Musikerkollegen im Hinterkopf antwortete ich: "Was ich nicht mag ist
musikalische Monotonie - sei es ein liebloses A-B-A Schema, mechanisches Aneinanderreihen
von Themen und Tempi und unendliche Stimmverdopplung, damit das Werk in jeder Besetzung
klingt und spielbar ist. Daher versuche ich, abwechslungsreich zu schreiben und auch eine
Prise Humor mit hineinzupacken, Fallen und Finten einzubauen und dem Vorurteil
entgegenzuwirken, Ces-dur sei eine schwierige Tonart."
Die Überschrift des Interviews war "Von wegen Ces-dur sei schwierig ..."
und als ich nach einem Namen für der Musikverlag suchte, wurde ich schnell
fündig.
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