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Kurz-Info
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Preisgekröntes Konzert für Flöte und Bläserorchester
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Zeitreise
(Schwierigkeitsgrad 4 (Oberstufe))
Werkbeschreibung
Der Solist oder die Solistin an der Flöte bricht zusammen mit dem Orchester
zu einer Reise durch die Zeit auf. Sie müssen sich festhalten, denn sehr turbulent
geht es zu, wenn die Jahre in Sekundenschnelle zurückeilen, denn das
Ziel ist die Romantik.

Notenbeispiel 1: Zeitreise-Einleitung
Die Landung ist weich und die Überleitung kurz, bevor sich das
Hauptthema erhebt, eine liebliche Melodie in gebrochenen Akkorden, nur
zart eingekleidet vom Orchester. Wie ein kleiner Vogel schwirrt sie durch
die Luft, bald ist es eine Vogelschar, die, ganz dem Sonatenhauptsatz folgend,
von anderen abgelöst wird.

Notenbeispiel 2: Hauptthema 1. Teil "Romantik"
Nicht mehr in vier sondern in drei Vierteln, nicht mehr in c-moll sondern
in G-dur geht es weiter, gleich Bändern in der Luft wechseln sich
Solist und Orchester ab, bis, ja bis das ursprüngliche Hauptthema
wieder aufgenommen wird und sich in vielerlei Formen im Raum verteilt,
in jede Tonart dringt.

Notenbeispiel 3: Seitenthema 1. Teil "Romantik"
Viel Zeit bleibt dem Solisten nicht mehr, nur in der Kadenz zeigte er
oder sie sein Können, bevor der Zeitpunkt zur Weiterreise gekommen
ist. Zum Glück ist die Reise nur kurz und weniger heftig, vielleicht
hat man sich auch an diese Art der Zeitbewegung bereits gewöhnt.
Stellen Sie sich die Zeit um die Jahrhundertwende vor: es ist ruhig
auf dem Land, kein Autolärm, keine Flugzeuge, nur ab und zu einen
Zug, die Vögel und die Tiere auf der Weide und in den Bauernhöfen
hört man, der Himmel ist wolkenverhangen. Sie machen einen langsamen
Spaziergang vor den Toren einer Stadt und merken bei ihrer Rückkehr,
dass in der Stadt ein ganz anderer, viel schnellerer Rhythmus herrscht.
Alles ist hektischer, Automobile brummen durch die Straßen, die Leute
eilen von Ort zu Ort. Doch als der Himmel aufreißt und die Sonne
durchdringt, erscheint alles in einem neuen Licht, viel ruhiger, viel gelassener.

Notenbeispiel 4: Hauptthema 2. Teil "Jahrhundertwende"
Auch jetzt ist es nach einer kurzen Kadenz Zeit, weiter zu reisen, zurück
in die Zukunft. Langsam wird die Maschine schneller und der Solist landet
in derselben Stadt, in einem Viertel, wo die Jugend die Kultur bestimmt,
Rap, Hip Hop sind die angesagte Musik. Der Solist mischt sich unter diese
Jugendlichen und wird ein Teil von ihnen.

Notenbeispiel 5: Hauptthema 3. Teil "Moderne"
Produktinformationen
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Titel |
Stufe |
Dauer |
Infos |
Bestell- nummer |
Preis in € |
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Zeitreise |
4 |
13:30 |
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0203 |
70,00 |
Pressestimmen
Zeitreise hat den Förderpreis 2001 der Stadt Cloppenburg für Künstler unter
32 Jahren gewonnen. Am 01.09.2002 fand die Preisverleihung in festlichem Rahmen in Cloppenburg statt.
Nach einleitenden Stücken der Feuerwehrkapelle Cloppenburg hielt Prof. Violeta Dinescu von der
Universität Oldenburg die Laudatio auf die Preisträger.
Anschließ führte Andreas Horwath
Passagen aus Zeitreise solo auf der Flöte auf. Als Abschluss stand Abendklänge von
Rolf Rudin auf dem Programm.
Aus der Nordwest-Zeitung vom 2. September 2002
Bürgern Zugang zur Kunst öffnen ? Stadt Cloppenburg verleiht Kunstpreis und
Förderpreis
Cloppenburg - von Kurt Selig.
Gut 100 erwartungsvoll gestimmte Besucher sind am Sonntagabend der Einladung der Stadt in
die Aula des
Clemens-August-Gymnasiums gefolgt, um der Verleihung des Kunstpreises 2001 für Musik an
Rolf Rudin und des
Förderpreises an Andreas Horwath beizuwohnen. Ferner war die Uraufführung der
ausgezeichneten
Rudin-Komposition Abendklänge vorgesehen. Der mit 5112,92 Euro (10 000 DM) dotierte
Preis wurde
in zwei Teilbereiche aufgeteilt: zum einen für den diesjährigen Kunstpreisträger und zum anderen
als
Förderung für einen jungen Künstler.
Cloppenburgs Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese sagte: "Wir in der Stadt Cloppenburg haben die Kultur
immer
für einen wichtigen Bereich der Kommunalpolitik gehalten." Und "Kultur gibt unserer Stadt
ein
unverwechselbares Gesicht." Auch öffne die Beschäftigung mit der Kunst, also auch mit der Musik,
den
Menschen einen Raum, der "frei ist von den Zwängen des Nutzens, der Leistung um jeden Preis,
der Effektivität
und der Verplanung". Mit dem Preis solle künstlerisches Schaffen gefördert und
den Mitbürgern der Zugang zur
Kunst und in diesem Fall zu moderner Musik eröffnet werden.
Bevor das eigens für die Uraufführung aus der Feuerwehrkapelle Cloppenburg und professionellen Musikern
beider Landkreise zusammengestellte "Sinfonische Blasorchester Oldenburger Münsterland" unter Stabführung
von Blair Carmichael die Abendklänge zu
Gehör brachte, hielt Professorin Violeta Dinescu (Uni Oldenburg) die Laudatio
auf beide Preisträger. Sie betonte, dass aus ihrer Sicht Deutschland das Land
der Musik sei,
hier könne man Unglaubliches in Sachen Musik erleben. Vom
freischaffenden Komponisten Rolf Rudin erhoffe sie
sich, dass "wir mehr von ihm
zu hören bekommen". Und die von dem ebenfalls in Rumänien geborenen Andreas
Horwath
komponierte Zeitreise habe ihr besondere Freude gemacht.
Der dreiköpfigen Jury waren im Herbst letzten Jahres insgesamt 18 Kompositionen
für Sinfonisches Blasorchester
anonym eingereicht worden. Und ohne
Kenntnis der Namen der Komponisten war ihre Entscheidung för die nun
vorgestellten Werke einstimmig gefallen.
Dieser Sonntagabend im CAG war auch durch das ergänzende Konzert
der
Feuerwehrkapelle unter Leitung ihres Dirigenten und Lehrers an der
Kreismusikschule Vechta, Blair Carmichael,
ein Höhepunkt im Kulturgeschehen der
Stadt Cloppenburg.
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Zeitreise hat den Förderpreis 2001 für Künstler unter 32 Jahren gewonnen. Im November findet die Uraufführung des dreisätzigen Werkes für Querflöte und sinfonisches Blasorchester in Cloppenburg
statt, zusammen mit dem Gewinner des Kunstpreises, Abendklänge von Rolf Rudin.
Aus der Münsterländischen Tageszeitung vom 2. August 2001
Cloppenburg (hk) - Der Kunstpreis 2001 der Stadt Cloppenburg geht an den 39-jährigen Musiker Rolf
Rudin aus dem hessischen Erlensee. Diese Entscheidung fällte eine dreiköpfige Jury ebenso einstimmig
wie die Vergabe des Nachwuchspreises an den 30-jährigen Andreas Horwath aus Renningen.
Aus der Nordwest-Zeitung vom 2. August 2001
Cloppenburg [...] Der mit 3000 DM ausgeschriebene Förderpreis für Künstler bis 32 Jahre geht in
diesem Jahr an den 30-jährigen Andreas Horwath aus Renningen (Baden-Württemberg) für sein Werk
Zeitreise. Beide Kompositionen werden im November uraufgeführt. [...]
Der Kunstpreis wurde seit
1985 alle zwei Jahre im Wechsel für Bildende Kunst, Literatur und Musik vergeben [...] 1995 entschied sich die
Stadt für einen Dreijahres-Rhythmus.
Erzählnoten
Wie ein Stück entsteht
Zeitreise benötigte vom Nichts zum fertigen Stück nur vier Monate. Angefangen hat es
mit der Ausschreibung für einen Kompositionswettbewerb, die ich zugeschickt bekam:
Sinfonisches Blasorchester mit Soloinstrument, Dauer mind. 10 Minuten. "Was soll ich
damit", habe ich mich gefragt. Mitte Mai bis Mitte September, dazu noch ein Stück für
Soloinstrument mit Orchester. Keine Idee - wozu also das ganze?
Ein paar Tage später sitze ich am Klavier, klimpere vor mich hin und irgendwie
entsteht eine Melodie, ein Produkt des Augenblicks. Gebrochene Akkorde, klassisch
angehaucht. Ich notiere den Einfall, wie ich es sonst auch tue. Im Lauf der nächsten
Tage werden es immer mehr Einfälle.
Beim Spielen fällt mir auf, dass sie gut von einer Flöte spielbar wäre.
"Moment, ich spiele ja Flöte!" Das Solokonzert. Peng! Es hat mich erwischt. -
Die nächsten Wochen arbeite ich in jeder freien Minute daran. Es lässt mich
nicht los. Nicht einmal nachts.
Die Einleitung kommt hinzu mit den vertrackten Taktwechseln und der
Quint-Tritonus-Quint-Basis. So ähnlich wie in der "West Side Story". Aus dem
Klassischen heraus habe ich die Idee, den Satz wie einen Sonatenhauptsatz aufzubauen.
Also Hautthema in der Tonika, das Seitenthema in der Dominante. Und in Dur. Mit
Vorbereitung und Halbschluss.
Das Seitenthema. Gewonnen aus der Einleitung mit dem Tritonus, zusätzlich noch
ein Taktwechsel. Immer mehr Ideen, je länger ich mich damit beschäftige.
Doch nur mit einer Melodiestimme ist es nicht getan. Das Orchester soll auch
mitspielen. Nicht nur Begleitung sondern auch Tutti completti. Zum Hauptthema
höre ich einen versetzt einsetzenden Bass, Achtel im Horn und eine Akkordbegleitung
in den Klarinetten. Jetzt nur das im Kopf Gehörte notieren. Wo ist das Schreibzeug?
Die Rohfassung ist fertig. Einleitung, Übergang, dann das Hauptthema. Überleitung
zum Seitenthema, dann wieder das Hauptthema mit kurzer Durchführung. Anstelle
der Reprise folgt eine Kadenz.
Parallel dazu arbeite ich am zweiten Satz. Langsam. Der erste war schnell. Das
Konzept "Zeitreise" steht bereits, also übernehme ich das Thema der Einleitung
des ersten Satzes und variiere sie. Das ist die Zeitreisesequenz.
Hauptthema ist eine langsame, getragene, elegische Melodie; sie wird in der
zweiten Hälfte doppelt so schnell erklingen. Den Abschluss dieses Satzes bildet
wieder eine Kadenz, die frei das Material des zweiten Satzes vervielfältigt.
Zwei Monate sind vergangen. Der Sommerurlaub rückt näher. Eine Woche
Italien, Querflöten-Kurs (!) in der Toskana. Ich bearbeite kurz entschlossen
den ersten Satz für fünf Flöten und nehme die Noten zum Üben mit. Der Satz
kommt sehr gut an, sowohl bei den Mitspielerinnen als auch beim Publikum.
Zwei Wochen Spanien. Noch fehlt der dritte Satz. Was nun, sprach Andreas?
So entstand der dritte Satz unter der Sonne Spaniens, am Strand, auf der
Promenade beim Joggen, bei der abendlichen Animation, im Schlaf.
Es ist keine Tarantella geworden, keine Angst. Vielmehr ein rappiger,
rockiger Teil. Wieder mit der Zeitreisesequenz zu Anfang, dem Übergang
zum Ausbremsen der Zeitmaschine. Danach das Thema mit der Querflöte als
silbernem Rapper aus der South Bronx. Nach der dritten Kadenz dann das
Finale. Fertig.
Die Wochen bis zum Einsendeschluss sind ausgefüllt mit finalen Arbeiten,
Fleißarbeiten, Probehören am PC, Spielen auf der Flöte, Verwerfen
und Neugestalten. Dann endlich der Ausdruck, verbessern,
erneuter Ausdruck, binden der Partitur, verschicken. Es ist vollbracht.
Zeitreise wurde beim Kompositionswettbewerb zum Bundesmusikfest 2001
mit einer lobenden Anerkennung und beim Kompositionswettbewerb der Stadt
Cloppenburg 2001 mit dem Förderpreis ausgezeichnet.
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